Die Wurfmaschine

TV Ohligs II / HSV Solingen-Gräfrath: Handball-Blog

OTV II – Spiel gegen Unitas: Wieder ganz klar die bessere Mannschaft

[Spoiler: Verpassen Sie nicht die Fotogalerie am Ende des Artikels]

Nun, nachdem wir in der letzten Woche angekündigt haben, dass wir Unitas in einem schwarzen Loch, hervorgerufen durch eine Pudels-Kern-Fusion, verschwinden lassen, müssen wir uns eingestehen: Das Experiment ging mit 20:26 schief. Der Pudel war nicht schlecht, litt aber unter Altersschwäche. Zumindest meint das mein Vater: „Wir hätten doch ganz gut gespielt, aber wir würden ja auch nicht jünger“, sagt der eben.

Hallo? Bitte? Nicht jünger? Wir stehen in der Blüte unserer Jahre. Gut, der Gerri Pfeil der ist schon Fünfzig – also in D-Mark 100 Jahre – alt. Aber wir anderen sind doch alle erst so zwischen Mitte Dreißig und Mitte Vierzig. Das ist das aller beste Mannesalter. Unitas war im Schnitt doch nur lächerliche 20 Jahre jünger als wir. Ja, ist schon richtig, angenommen – aber wirklich nur angenommen – einer von uns hätte in Haan  irgendwann mal in seiner Jugend die Stiefel nicht ausgezogen und wäre ganz reingekommen, dann könnten das unsere K….aber so was hat bestimmt keiner von Euch in Haan gemacht, oder Jungs? ODER? In Haan macht man so was nicht.

Hach, früher als wir in deren Alter waren. Früher hatten wir es manchmal später. Später hatten wir dann ein Früher, das besser war. Im Ernst, ich kann mich noch genau an den strengen Winter 1874 erinnern. Großvater jonglierte mit mehren Wiener Opernbällen gleichzeitig, während er Bullebeuschen buck. Wir hatten ja nix. Wir haben uns alte Zeitungen um die Füße gewickelt  und sind 1.000 Km durch den meterhohen Schnee zum Training gestapft. In der alten Schützenburg haben wir auf Betonboden Handball gespielt. Ein offener Schienen-Wadenbein-Bruch war da an der Tagesordnung. Egal, da hat man halt ein bisschen Packpapier drumgewickelt, dann ging´s wieder. „So lange es nicht abfällt, kann man damit auch spielen“, haben wir immer gesagt.

Kurt Hosse - SSC Aufstiegsmannschaft 1975

Mein alter Mannschaftskamerad Kurt Hosse in der SSC 95/98 Aufstiegsmannschaft von 1975

Heute wäre der Handball schneller, athletischer, sagen sie. Pffff. So schnell wie wir waren damals waren, können die heute gar nicht mehr werden. Wenn wir früher nicht schnell waren, kam der Kurt Hosse und hat versucht, im Wurf den Ball von hinten rauszuspitzeln. Der Kurt, das war der Beinhärteste aller beinharten Abwehrspieler. Wer da zu langsam war, dem hat er halt die Schulter rausgerissen und dann in die offene Wunde gespuckt. Aber da hat man sich dann mal kurz geschüttelt, die Schulter wieder eingerenkt und den Freistoß ausgeführt – mehr bekam man dafür ja nicht. Und nach dem Spiel haben wir uns dann unsere Unterhose über die Strumpfhose gezogen, den Umhang umgelegt und in den Straßen für Recht und Ordnung gesorgt.

Gut, die Jungs, man möchte schon fast Knaben sagen, von Unitas die waren auch schnell und konnten feste Schmeißen, aber wenn wir wie damals…..hohohoho…. dann hätten wir die aber….ich sach dir, so was von, hätten wir die…. ja ja…, dann hätte das nach 20 Minuten nicht nur 6:6 gestanden. Uns fehlten einfach ein, zwei Einheiten Fußballkicken, um Konditionell auf dem besten Stand zu sein. Eigentlich sind wir nur deswegen dann vor der Halbzeit ein ganz klitzekleines bisschen eingebrochen und die Haaner konnten mit einer 7:12 Führung in die Kabine gehen. Mit dem Alter hatte das überhaupt nichts zu tun. Aber mal gar nichts.

Nach der Halbzeit sind wir dann ja auch noch mal fulminant bis zum 15:17 wiedergekommen. Da hatten wir die schon im Sack. Und dann die Schiedsrichter. Also bitte, die Schiedsrichter. Die waren das am Ende Schuld, dass wir mit sechs Toren verloren haben. Das ging ja gar nicht. Sechs Tore waren die mindestens Schuld, sonst hätten wir Unitas in den letzten zehn Minuten noch mit zehn Toren aus der Halle geschossen, jahaha. Aber eigentlich hatten wir denen da ja schon gezeigt, dass wir ganz klar die bessere Mannschaft sind.

Als ältere Spieler kann man sich dann schon mal ein bisschen zurücknehmen. Dass wir besser sind, haben wir ja schon allein dadurch gezeigt, dass wir ihnen die zweitknappste Nichtniederlage beigebracht und als einzige Mannschaft weniger als 30 Tore kassiert haben. (Hätten wir gewusst, dass der Haaner TV mit nur fünf gegen Unitas verloren hat, hätten wir das Ergebnis natürlich entsprechend gestaltet. Da ist uns nur ein kleiner Fehler unterlaufen, für den wir uns entschuldigen möchten)

Wir hatten einfach Angst, dass Unitas nach so einer Niederlage einen Knacks abbekommen könnte und dann den Aufstieg noch verschenkt, ehrlich. Wäre ja schade, die sind doch noch so jung, und dann schon so einen Knacks weg, das verpacken die doch ihr Leben lang nicht mehr. Sollen die in der nächsten Saison mal Landesliga spielen, wir haben da schon mal gespielt. Jetzt dürfen die anderen auch mal.

——————————————————————————————————-

Fotogallerie Handballhelden

Als ich gestern Abend in die Archive stieg, um nach einem Foto von Kurt zu suchen, sind mir die alten Ausgaben der „SIEBEN – Handballmagazin für Solingen“ in die Hand gefallen. Darunter legendäre Aufnahmen von unseren heutigen Spielern aus den Jahren 1986 -1988. Ich hatte gestern viel Spaß. (Wie immer Bilder klicken, dann werden sie groß)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 21. Januar 2014 von in OTV 2. Herren und getaggt mit , , , , , , , , , .
%d Bloggern gefällt das: