Die Wurfmaschine

TV Ohligs II / HSV Solingen-Gräfrath: Handball-Blog

OTV II – Rückspiel gegen den WMTV: Tante Gertrud kommentiert

HSV Gräfrath Tante GertrudMeine Tante Gertrud, treue Leser kennen sie ja mittlerweile, war wieder bei unserem letzten Spiel. Ein Glück haben wir nach einem 8:10 zur Halbzeit noch 21:20 gewonnen. Niederlagen verkraftet die alte Dame so schlecht. Wie so oft hat sie ihre Eindrücke und einiges anderes in einem Brief zusammengefasst. Aber lest selbst.

Mein lieber Junge,

es tut mir leid, dass wir nach dem Spiel nicht mehr plauschen konnten. Gegen Ende des Spiels musste ich schnell handeln. Das knappe 21:20 Endergebnis war aber auch wie gemalt dafür, einen Schwächeanfall vorzutäuschen, um mich vom Rettungswagen nach Hause fahren zu lassen. Das funktioniert immer super. Mach ich auch manchmal in der Stadt, wenn ich keine Lust habe, Bus zu fahren. Da kommen ja auch immer so nette junge Herren, die sich um einen kümmern. Nur dass die immer Gummihandschuh anziehen, finde ich nicht so schön. Mit Gummi mochte ich noch nie.

Wie immer bin ich auch diesmal wieder zu spät gekommen. Da lagt ihr schon mit vier Toren hinten, obwohl ihr das in der Deckung eigentlich ganz ordentlich gemacht habt. Das sah sehr aufgeräumt da hinten aus. Wie damals wenn meine Mutter Marmelade eingeweckt hat und die Gläser schön in Reih und Glied (Hihihi Glied) auf dem Kellerregal standen. Dadurch  habt ihr ja dann zur Halbzeit hin auch noch einmal auf zwei Tore verkürzen können. Dass das bei dem letzten Angriff vor der Pause nicht geklappt hat, auf ein Tor zu verkürzen, kann ja mal passieren. Die Idee, mit einem Spielzug in eine gute Wurfposition zu kommen, war ja nicht schlecht. Schade nur, dass jeder einen anderen Spielzug gespielt hat und alle dann ein bisschen verwirrt auf einem Fleck zusammengelaufen sind.

Das hat mich ein bisschen daran erinnert, wie die Martha und der Regenkämper Weihnachten  auf dem Flur vom Seniorenstift das Rennen mit ihren Elektrorollis gemacht haben. Der Regenkämper hatte nämlich gesagt, Frauen könnten nicht so gut Rolli fahren wie Männer. An den Aufzügen hat die Martha, den Regenkämper dann ins Treppenhaus abgedrängt und der ist mit seinem Rolli die ganze Treppe runter bis ins Foyer gerattert. Und weil der die Treppe runter so schnell geworden ist, hat der unten im Foyer den großen Weihnachtsbaum umgesemmelt, der dann in die Cafeteria geflogen ist. Die Leute in der Cafeteria haben ungefähr so geguckt wie ihr nach dem Spielzug.

Aber es hat dann ja in der zweiten Halbzeit prima geklappt und ihr seid auf drei Tore weggezogen, weil dieser stattliche blonde Junge – der sieht ja ein bisschen aus wie der junge Hans Albers, bei dem habe ich früher auch schon ganz feuchte …ähm…Augen bekommen – so feste auf das Tor geworfen hat. Bis dahin habt ihr den ja immer rausgenommen, wenn ihr in den Angriff gegangen seid. Da wäre ich auch sauer geworden und hätte feste geworfen. Hinten die ganze Arbeit machen und vorne dann nicht mit aufs Tor werfen dürfen. Waren es nicht zwischendurch auch mal vier Tore, die ihr dann zum Ende hin wieder verkimmelt habt? Ich weiß das nicht so genau, weil ich ein bisschen in der Apotheken Umschau geblättert habe. Wusstest Du eigentlich, dass man mit dem Ellenbogen nicht die Nasenspitze berühren kann?

Zu spät war ich übrigens, weil ich mit dem Ministerialrat Roggenkötter zur Strafe noch für den nächsten Spieleabend einkaufen musste. Der Ministerialrat meinte an der Kasse, dass der Kassenbon nicht stimmen würde und hat den ganzen Wagen zurückstornieren lassen. Stimmte aber doch. Ganz blöde Sache, das mit der Strafe. Der Roggenkötter und ich haben nämlich letzten Dienstag gedacht, dass wir uns den lahmen Bingo-Abend im Seniorenstift ein bisschen aufpeppen und bei jeder richtigen Zahl einen von seinem Selbstgebranntem trinken. Am Ende waren wir natürlich voll wie 500 kirgisische Seemänner.

Der Roggenkötter hat dann noch Hunger bekommen. Wir also heimlich ab in die Küche vom Stift. Da hat der sich noch ein Nutellabrot gemacht. Ein Nutellabrot! – auf die Idee käme ich ja nie, wenn ich voll bin. Na ja, das blöde war halt, dass der Roggenkötter die harte Butter aus dem Kühlschrank genommen hat. Und wie der dann das Brot hochnehmen will, hat er nur die Kruste in der Hand und guckt durch das Loch runter, wo das Weiche vom Brot samt Butter und Nutella auf der Edelstahlplatte von der Küche klebt. Einen Teller hatte der natürlich nicht druntergelegt. Also beugt sich der Rosenkötter nach vorne und fängt an, den Rest des Nutellabrots von der Edelstahlplatte zu lutschen.

Und weil ich auch voll war, dachte ich, es sei eine lustige Idee, dem Rosenkötter dabei die Hose runterzuziehen. Habe ich auch gemacht. Habe aber das Gleichgewicht verloren und bin auf den Knien gelandet. Blöderweise kommt in dem Moment Frau Schmahl die Stiftleiterin rein. Und der Rosenkötter hatte mal wieder vergessen seine Unterhose anzuziehen. War das peinlich, wie ich da auf den Knien vor dem Rosenkötter seinem nackten Hintern gehockt habe.

Da ist die Schmahl ganz still geworden, aber man konnte schon sehen wie ihr Kopf langsam rot anlief. War ein netter Kontrast zu ihrem lila Pullover. Das habe ich ihr dann aber besser nicht gesagt. Und als sie fertig war mit dem Rotanlaufen, hat sie sich aufgeplustert wie ein dicker Luftballon. So ist sie dann auch knapp über dem Boden durch die Küche gerauscht. Sogar die Geräusche, die sie dabei gemacht hat, hörten sich an wie ein Luftballon, den man hinten nicht zu gebunden hat. Irgendwann als fast die ganze Luft raus war, konnte man die Worte. „raus“ und „das wird Folgen haben“ verstehen. Jetzt müssen wir das nächste halbe Jahr für die Spielabende einkaufen.

So, ich muss Schluss machen. Morgen ist die Beerdigung von der alten Müller und mein schwarzes Kleid ist noch in der Reinigung.

Grüße

Tante Gertrud

P.S. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen. Die Sache mit dem Ellenbogen und der Nasenspitze. Bei einem Test haben  es 50 Prozent der Leute, die den Satz gelesen haben, auch sofort ausprobiert.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. Februar 2014 von in Bezirksliga Spielberichte, OTV 2. Herren und getaggt mit , , , , , , , , , , .
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