Die Wurfmaschine

TV Ohligs II / HSV Solingen-Gräfrath: Handball-Blog

HSV Jugend – weibliche D1: (Fast) Am Ziel aller Träume

HSV D1 weiblich 2013 kleinWas war das für eine Woche. Schlaflose Nächte, immer mit demselben Gedanken eingeschlafen um mit demselben wieder aufzuwachen. In den Nächten fielen uns Trainer plötzlich gefühlte 100 neue Spielzüge ein, die auf dem internationalen Markt auch noch keiner kennt.

Wer jetzt denkt, was soll der ganze Käse bedeuten? Das waren nur ein paar Auszüge aus einem Trainerdasein eine Woche vor dem alles entscheidenden Spiel um die Kreismeisterschaft gegen unseren alten Erzrivalen TV Haan. Na klar, jeder Handballkenner wird nun die Stirn runzeln und uns hoffentlich ab dieser Zeile die Daumen drücken, dass alles gut ausgeht. Na dann wartet mal ab.

Bisher alle Gegner (deutlich) aus dem Weg geräumt, auch die Haaner, wussten wir, wenn wir dieses Spiel gewinnen, sind wir unserem Traum ganz, ganz nah. Aber wir wussten auch, dass wenn man sich in Haan einem Handballverein anschließen will, die psychische Belastbarkeit überprüft wird. Denn ich habe schon vieles im Handball erlebt, aber noch nie eine nervöse, unsichere Haaner Spielerin. Wie machen die das nur?

Nun, der Countdown  von Montag bis zum Spiel:

Das Montagstraining verlief ohne große Zwischenfälle, alle gelobten 100% Nervenstärke und Einsatzwillen. Das mit dem Willen nahmen wir ihnen auch ab, aber die Nervenstärke………..

Am Dienstag feilte ich schon mal an der Mannschaftsaufstellung für unser Trainingsspiel am Mittwoch, bereitete ein paar persönliche Zettelchen für die Mädels vor, immerhin 12 Stück und übte in stundenlangen Selbstgesprächen meine Spielansprache für Samstag.

Mittwoch: Trainingsspiel gegen Wuppertal, zwar mit 3 verloren, aber mein Plan ging auf,  sich einmal gegen eine stärkere Mannschaft anstrengen zu müssen. Trainer waren zufrieden, der Puls ging auf Normaltempo wieder runter.

Am Donnerstag schickte mir Alex ihre Spielansprache, die war zwar etwas länger aber auch etwas besser als meine – typisch angehende Lehrerin.

Der Freitag verlief sehr ruhig, sollte das die Ruhe vor dem Sturm werden?

Samstag: 7.30Uhr schreckte ich aus meinen Träumen hoch, weil ich das Gefühl hatte, es könnte ein besonderer Tag werden. Ach ja, das Haanspiel!!! Ok, aufstehen, ignorieren und erstmal alles so wie immer. Ups, ich war so mit meinem Alltag beschäftig, hätte doch glatt die Zeit vergessen. Mensch, die vergeht aber auch schnell, wenn man älter wird.

Das Spiel:

Die Mädels gaben es nicht zu, aber sie waren nervös. In der ersten Halbzeit hatten wir doch Mühe, obwohl wir klar überlegen waren, uns deutlich abzusetzen. Viele Würfe fanden nicht den gewohnten Weg ins Tor, Schrittfehler, 2 verworfene Siebenmeter. Aber die Deckung stand so gut wie noch nie, und unsere Torhüterin Verena wuchs über sich hinaus und machte gerade in diesem alles entscheidenden Spiel, das Spiel ihres noch jungen Handballlebens. Sie kassierte in ersten Durchgang gerade mal 3 Tore!!!

Halbzeit  7:3

Runterkommen, auf die eigenen Stärken besinnen und weiter geht’s.

Im zweiten Durchgang lief es dann erheblich besser, die Deckung funktionierte weiterhin und dann spielten wir unsere Stärke, den Tempohandball, aus. Den Haanerinen fiel nicht mehr viel ein, gefrustet von unserer Deckungsleistung schienen sie zu erkennen, heute würden sie es nicht schaffen. Ab der 30 Minute standen wir als Sieger fest. Endstand 12:7.

Ich hebe eigentlich keine Spielerinnen hervor, aber dies ist eine Ausnahme: Wiebke war der Abwehrchef, an ihr kam wirklich niemand vorbei und sie stopfte die manchmal klaffenden Lücken. Am meisten freue ich mich über die Haupttorschützinnen Johanna und Lara, da sie in den letzten Spielen einiges Wurfpech hatten, aber an diesem Tag wie Phönix aus der Asche zurückkehrten. Ausserdem bin ich stolz drauf, dass alle Spielerinnen zum Einsatz kamen, und wir mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung unser Ziel erreicht haben.

Alle haben ihr Bestes gegeben, und wenn alle ihr Bestes geben, dann wird man auch belohnt! Nun ist unser Spruch, „ Wir sind ein Team“, kein Spruch mehr, sondern wir haben ihn lebendig gemacht, wir haben ihn gelebt.

Mädels , riesen Kompliment, ganz großes Kino, hat soviel Spaß mit Euch gemacht.

Die nächsten Wochen können wir etwas entspannter angehen, das habt Ihr Euch verdient.

So, das war meine Woche vor dem Spiel der Spiele, ich denke es ging meinen Trainerkollegen nicht anders. Habt viel Spaß beim Lesen und glaubt mir, an manchen Stellen habe ich etwas untertrieben. Ich war total nervös, aber muss ja nicht jeder wissen.

Liebste Grüße

die Jule, die eine tolle Mannschaft trainieren durfte…………….. und ein wenig stolz drauf ist!!!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. Februar 2014 von in HSV Jugend und getaggt mit , , , , , , , .
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