Die Wurfmaschine

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Allerlei- Spiel gegen Hückeswagen, Handball WM2015 und Kängurus

hornoxe.com_gifdump62_29Eigentlich sollte jetzt hier der Spielbericht zum Spiel gegen Hückeswagen stehen. Zum Spiel nur so viel: Wir waren grandios. Großartig, wie wir die Hückeswagener aus der Halle gefegt haben, so was hat der Handball noch nicht gesehen. Wir, unbezwingbaren Handballgötter wir. Tja, und dann wurde das Spiel leider angepfiffen und endete 25:25. Deshalb mal ganz was anderes, zum Handball und seinen Funktionären im Allgemeinen und im Speziellen zur TV-Situation bei der Handball-WM 2015.

Zugegeben, ich habe ja manchmal schon krude Gedankengänge, aber die Realsatire rund um die Handball-WM und die Teilnahme von Deutschland hätte ich mir nicht ausdenken können. Das fängt schon bei dieser ominösen Wildcard an. Australien scheint so etwas wie der dicke Junge zu sein, der auf dem Bolzplatz immer als letzter in die Mannschaft gewählt wird. Wenn man ihn braucht, ist es O.K., wenn nicht, kann er halt wieder nach Hause gehen. Man muss sich das ja so vorstellen: Irgendwann gegen Ende der Quali stellt der IHF Präsident Hassan Moustafa fest, dass es für die Deutschen wie schon bei Olympia nicht reicht. Jetzt hat der aber…. Ne, anders. Jetzt denkt der sich: „Australien ist eh doof und Kängurus kann ich nicht leiden“. Und dann hat er sich mit ein paar anderen Funktionären überlegt, wir sagen den Australiern einfach, sie wären gar kein richtiger Handballverband und dürfen nicht mitspielen. Hat uns bis jetzt zwar nicht gestört, aber irgendwann ist auch mal Schluss mit lustig.

Danach mussten sie sich nur noch eine Begründung ausdenken, denn in den Regularien des IHF heißt es unter 2.8:

Nichtantreten

[…] Tritt auch diese Mannschaft nicht an, wird der Platz an die Kontinentalföderation des amtierenden Weltmeisters vergeben, die anschließend über die teilzunehmende Ersatznation entscheidet. […]

Also, wenn man die ganzen nachrückenden Ersatznationen mal weglässt, dann müsste eigentlich der Europäische Handballverband entscheiden, wer nachrückt. Aber den hat der IHF lieber mal nicht gefragt. Hinterher wäre noch Island mitgefahren. Da gibt es zwar keine Kängurus, aber da ist es immer so kalt, bäh. Außerdem sind die Australier ja nicht Nichtangetreten, sondern einfach rausgeworfen worden. Alles in bester Ordnung also.

Überhaupt hat von der Sache keiner gewusst. Die Deutschen schon mal gar nicht. Das hat Bob Hanning in dem Interview hier gesagt. Aber der kleine Handball-Napoleon wollte jetzt nicht sagen, dass der polnische Nationaltrainer Biegler lügt, wenn er sagt, dass die Teilnahme von Deutschland schon vor der Quali festgestanden hätte. Denn: „Wo Menschen sind, wird gesprochen, und es gibt Informationen. Es wird immer irgendwas weitererzählt. Anscheinend bis zum polnischen Verband.“, sagt das Böbchen der Berliner Zeitung. Bis zum polnischen Verband und nicht bis zum DHB, dem größten Handballverband im IHF, fragt sich das Wurfmaschinchen.

Ein schlechtes Gewissen hat der Handball-Hanning auch nicht. Ein Gewissen kennt er nicht. Wer soll das sein, auf welcher Postition spielt dieser Gewissen. Alle Nationalspieler sind topfit, da ist keiner schlecht. Der DHB hat auch nie überlegt, die Wildcard zurückzuweisen. „Wieso auch? Es ist doch allen geholfen, dem deutschen Handball, dem Weltverband – Warum sollte man da ein schlechtes Gewissen haben?“, findet das Böbchen. Gut man hätte es den Australiern vielleicht ein bisschen anders sagen können, dass der Hassan keine Kängurus mag. Aber sonst ist doch alles töffte. Und dann gibt das Böbchen unumwunden zu, dass es rein wirtschaftliche Interessen sind, die zu der Entscheidung geführt haben. „Bei der IHF wissen sie, dass es in Deutschland einen attraktiven Markt gibt. Und an dem haben sie auch ein Interesse“, sagt er so lapidar dahin. Vielleicht hat das ja doch was damit zu tun….aber ne, sind ja alles Ehrenmänner.

Wenn man das Ganze bis hierhin zusammenfasst: Bei der nächsten Quali kann Deutschland mit einer Schülermannschaft antreten. Dabei sind sie so oder so.

An der Stelle mit dem großen Markt wird es dann übrigens richtig lustig. Da hat sich der IHF dann mal so richtig ins Knie geschossen, mit `ner Kalaschnikow. Denn mit der Vergabe der TV-Rechte an Sky kann auf diesem attraktiven Handballmarkt, abgesehen von vier Millionen Sky-Kunden, keiner die WM und die schicken Logos der Sponsoren sehen. Wenn man jetzt noch fragt, wie viele von den vier Millionen überhaupt Handball-Interessierte sind und dann mal gegenrechnet, wie viele Menschen die WM in Australien oder gar Island gesehen hätten. Aber damit konnte der IHF ja nicht rechnen.

Doch zurück zum DHB und dem Böbchen, das ja als Offizieller für den Verband spricht. Angesprochen auf die politische Situation in Kathar sagt das Böbchen wörtlich:

„Alle wollen anscheinend Skandale. Ganz überspitzt formuliert: Am besten stürzt noch einer vom Gerüst und hat vorher keinen Lohn bekommen. Lasst uns wertfrei hinfahren und uns eine eigene Meinung bilden. Danach können wir immer noch meckern.“

Und da ist mir dann die Galle hochgekommen. Den Skandal muss man nicht mehr suchen, der ist schon lange da. Und man muss auch nicht überspitzt formulieren, dass einer vom Gerüst stürzt und keinen Lohn bekommen hat. Das ist schon längst passiert. Hier und Hier nachzulesen. Aber der DHB fährt lieber genauso wertfrei zur WM, wie er die Wildcard angenommen hat. Was soll der DHB auch machen? Laut unbestätigten Quellen gibt es keinen DHB-Funktionär mehr, der nicht in gebückter Haltung durch die Flure der IHF läuft. Im Zusammenhang mit der Wildcard hat das Böbchen ja schon gesagt: „Man düpiert seinen Chef nicht. Das wäre ein Schlag ins Gesicht des Weltverbands gewesen.“ Da ist man ja nur Befehlsempfänger.

Lieber DHB, als Handballer schäme ich mich in Grund und Boden. Mit solchem Verhalten und solchen sinnfreien Interviews schadet man dem Handball mehr, als mit jeder verpassten WM. Letztlich haben sich die Worte des DHB-Präsidenten Bauer bei seiner Antrittsrede vor ein paar Monaten: „Ich habe großen Respekt vor dem, was weit kleinere Handballnationen geleistet haben und leisten. Deshalb steht es uns gut an, mit einer gewissen Demut auf dem internationalen Parkett aufzutreten.“, schon jetzt als Lachnummer erwiesen. Wenn er wirklich mit Zitat: „ Handball als ein auf Fairness und Solidarität basierender Mannschaftssport, der die Gemeinsamkeiten stärkt.“, werben will, dann sollte er mal schleunigst damit anfangen. Was sollen wir denn den Kindern sagen? Kinder mögen nämlich Kängurus!

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. Januar 2015 von in Bezirksliga Spielberichte.
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