Die Wurfmaschine

TV Ohligs II / HSV Solingen-Gräfrath: Handball-Blog

OTV II gegen HC Wermelskirchen – Radschlagende orthopädische Sitzbälle beim Almöhi

OTV - VfL

Das Bild hatte ich schon mal, passt aber so schön zu orthopädischer Sitzball

Nicht nur wegen der Alliteration war das doch mal ein sämiger Sonnensamstagsieg gegen den HC Wermelskirchen. Ein 29:17 in eigener Halle gegen einen direkten Tabellennachbarn nimmt man doch gerne mit. Obwohl es bis zur 15 Minute eher an ein F-Jugend Fußballspiel als an Bezirksliga-Handball erinnerte. Zumindest was das Ergebnis anging. Da stand es nämlich immer noch 2:2. Bis dahin trugen beide Mannschaften den Ball nach vorne und haben dann vergessen, was sie mit so einem Ball in einem Handballspiel anfangen müssen.

Ein wenig drängte sich der Eindruck auf, wenn da vorne ein Sandkasten gestanden hätte, dann hätten die Spieler den Ball weggelegt und ein wenig mit Förmchen gespielt. Vielleicht träumten auch einige davon, radschlagend über blumige Bergwiesen zu tollen und dem Almöhi zu begegnen. Immerhin haben wir das im Training am Donnerstag geübt, nur ohne blumige Bergwiesen und Almöhi, aber mit Radschlagen. Obwohl, wenn man dem Brü einen Bart ankleben würde, könnte der schon als Almöhi durchgehen und wir als kleine Heidis und Ziegenpeters.

Also zusammengefasst: Bis zur 15 Minute haben wir gespielt wie die orthopädischen Sitzbälle. Apropos orthopädische Sitzbälle. Orthopädische Sitzbälle sind ja für jeden Ballsportler eine große Herausforderung. Nicht unbedingt das Sitzen auf so einem Ball, sondern dem Drang zu widerstehen, den Sitzball umgehend volley durch den Raum zu pöhlen. Es ist auch ziemlich egal, ob da einer draufsitz auf dem Sitzball – obwohl mir das schon ziemlich unverständlich ist, wie man sich freiwillig auf einen Sitzball setzen kann. Ich hatte mal einen Kollegen mit einem Sitzball, aber nicht lange. Bei einem Ballsportler läuft da immer dasselbe Programm ab: „Oh Ball, Ball, Ball….fein, fein, fein…ein leichter, weicher Ball….gleich mal davortreten …. yiepiiiiieh, das gibt ein schönes hohles, nachhallendes Plong, wenn man davorwemmst und er titscht herrlich unberechenbar durch den Raum….. gnihihihi“. Und erst wenn der Ballsportler den Sitzball dann mit Vollspann durch den Raum gepöhlt hat, fällt ihm auf: „Oh shit, da saß ja noch ein Kollege drauf“.

In etwa so ist das fast der gesamten Mannschaft in den Osterferien gegangen, als der Almöh…ähm…der Trainer einen hellblauen etwa 50 Zentimeter hohen Ball durch die Halle gerollt hat, den er zufällig im Geräteraum gefunden hatte. Alle haben sie gedacht: „Wenn der auf mich zu kommt, pöhl ich ihn wech. Am besten direkt auf den Trainer drauf, das wird lustig“. Der Ball rollte dann direkt auf den Erpel zu. Der Erpel hat auch ausgeholt, als wollte er das Ding bis nach Meppen hauen und hat volle Möhre dagegen getreten. Blöd nur, dass das gar kein Sitzball war, sondern eine acht bis zehn Kilo schwere hellblaue Hartplastikkugel, die nur aussah wie ein Sitzball. Die Kugel hat sich dann auch keinen Millimeter bewegt. Die ist einfach liegen geblieben. Wie der Erpel auch bevor er wieder dazu in in der Lage war, aus der Halle zu humpeln.

Was auch ein bisschen tragisch war, denn der Erpel versucht schon länger, mal wieder mit uns Handball zu spielen. Den ersten Anlauf hat er weit vor den Osterferien gemacht. Weil der Erpel aber dicke Arme hat und feste schmeißen kann, wurde er gleich in die Erste beordert, die einen akuten Mangel an Rückraumspieler hatte. Da hat er aber auch nur so fünf bis zehn Minuten mitgespielt, dann hat der Muskel zu gemacht und der Erpel ist erstmal mit einer Zerrung ausgefallen. Das Training in den Osterferien war jetzt der zweite Anlauf, sich dem werfenden Sport wieder anzunähern. Hat auch gut geklappt. Bis der Brü den Ball durch die Halle gerollt hat.

Um so schöner war es, dass der Fuß bis zum Spiel am Wochenende wieder auskuriert war und der Erpel mittun konnte. Hat auch drei sehr anständige Tore geworfen der junge Mann. Wie alle anderen übrigens auch. Nach 15 Minuten hat der Brü nämlich eine Ausszeit genommen und gesagt, wenn wir jetzt nicht mit dem Torewerfen anfangen würden, dann würde er beim nächsten Training jedem vom uns die Kugel zurollen und danach müssten wir dann ein Rad schlagen. Da haben wir dann doch lieber den Ball ins Tor geworfen.

P.S. Weiß jemand, welchen Sport man mit einer 50 Zentimeter hohen, acht bis zehn Kilo schweren, hellblauen Hartplastikkugel betreibt? Kann ja eigentlich nichts Gutes sein, oder?

Jetzt aber Musik.

 

 

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